Rezension zu "Die Übersetzerin" von Jenny Lecoat - Ich hatte mir mehr erhofft...

 

Die Übersetzerin - Jenny Lecoat
Die Übersetzerin - Werbung/Rezensionsexemplar

Klappentext:

Jersey, 1940. Als Hedy eine Stelle als Übersetzerin für die deutschen Besatzer der Kanalinsel antritt, weiß niemand, dass die junge Frau Jüdin ist. Während sie durch heimliche Akte des Widerstands versucht, gegen die Nazis aufzubegehren, verliebt sie sich ausgerechnet in den deutschen Wehrmachtssoldaten Kurt, der ihre Gefühle erwidert. Doch Hedys Identität bleibt nicht lange verborgen. Gemeinsam mit Kurt und einer guten Freundin schmiedet Hedy einen mutigen Plan, um ihren Verfolgern zu entkommen ...


Meine Meinung zum Buch


Cover: 


Das Cover finde ich wunderschön. Es ist der Oberkörper einer Frau zu sehen, die Briefumschläge vor Ihrem Bauch festhält. Sie steht entspannt da und an der Kleidung kann man erkennen, in welcher Zeit sie wohl gelebt hat. Ihr Gesicht ist nur halb zu sehen. Der rot geschminkte Mund stellt hier einen Eyecatcher dar. Die Frisur lässt sich nur erahnen, passt aber auch in die Zeit des 2. Weltkrieges. Im Großen und Ganzen ist das Cover in Grautönen anzusiedeln, der Charme vergangener Zeiten ist deutlich zu spüren. 

Inhalt:


Hedy ist Jüdin und aus Österreich nach Jersey auf die Kanalinseln geflüchtet. Ihre Arbeitgeber verlassen fluchtartig die Inseln, um sich in Sicherheit zu bringen. Von nun an ist Hedy auf sich gestellt. Sie lebt vorerst von ihren spärlichen Ersparnissen. Als sie die Möglichkeit hat sich als Übersetzerin für die Deutschen zu arbeiten, ergreift sie gegen ihre Überzeugung die Gelegenheit, um sich über Wasser halten zu können. Obwohl sie Jüdin ist, wird sie eingestellt. Leute mit guten Englisch- und Deutschkenntnissen sind rar gesät. Auf dem deutschen Stützpunkt trifft sie auf Kurt. Die beiden verlieben sich. Hedy traut sich allerdings nicht ihm zu sagen, dass sie Jüdin ist, befürchtet sie doch, dass er sich von ihr abwenden könnte. Als sich die Lage zuspitzt wird es für Hedy gefährlich, sie muss Kurt alles beichten, sich vor der Verfolgung in Sicherheit bringen und schafft es mit Hilfe von Dorothea, von der sie nie gedacht hätte, dass sie zu ihrer Freundin werden könnte, durch die schwerste Zeit ihres Lebens.

Schreibstil:


Leider hat es sehr lange gedauert, bis mich die Geschichte gepackt hat. Fast bis zum Schluss, plätscherte die Story so vor sich hin und ich hatte immer das Gefühl "jetzt geht es in die Tiefe" und schon zwei Sätze später war das ganze schon wieder abgehandelt und es wurde zum nächsten Ereignis weitergeleitet. Auch die Figuren haben mich nicht so richtig überzeugt. Hedy hat für mich eine Art an sich, die ich oft nicht verstehen konnte. Sie ist allem und jedem gegenüber misstrauisch, das ist ja auch absolut nachvollziehbar. Wenn sie dann aber einen wirklich guten Menschen vor sich hat, erkennt sie es nicht, auch wenn sie mit der Nase darauf gestoßen wird und es dauert wirklich unfassbar lange, bis dies zu ihr durchdringt. Manchmal empfand ich sie als leicht überheblich, gerade Dorothea gegenüber, die Hedy immer nur helfen wollte. Die Liebesbeziehung von Kurt und Hedy empfand ich eine ganze Zeit als sehr oberflächlich. Ging es doch immer nur um Körperlichkeit nicht um die Person. Zum Ende hat es die Geschichte geschafft mich doch noch zu packen und ich habe mitgefiebert, wie es für Hedy enden wird. 

Fazit:


"Die Übersetzerin" ist ein Buch, das auf wahren Ereignissen beruht. Für mich geht die Geschichte nicht weit genug in die Tiefe und hatte einige Strecken. Zum Ende der Geschichte, ist es spannend mitzuverfolgen, wie es der Protagonistin gelingt, sich der Verhaftung zu entziehen und wie es schlussendlich zur Befreiung der Kanalinseln kommt. Auch fand ich den Hintergrund der Geschichte sehr interessant. Von der Rolle der Kanalinseln im 2. Weltkrieg hatte ich bisher noch nie etwas gehört. Es hätte der Geschichte und auch den Charakteren gutgetan, manches zu vertiefen. 

Ich hatte mir so viel mehr von diesem Buch erhofft und kann nun leider nur

3 Sterne 

vergeben. 

 Ich bedanke mich ganz herzlich beim Bastei Lübbe Verlag für das Rezensionsexemplar.





Titel: Die Übersetzerin
Autor: Jenny Lecoat
Format: Taschenbuch / Geb. Buch  / E-Book
Preis: 22,00 € / 14,99 €
Seitenzahl: 320
Genre: Historischer Roman
ISBN-13: 978-3785727569

Verlag: Bastei Lübbe

Meine Bewertung: 3 Sterne




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Kommentare

sommerlese hat gesagt…
Hallo Mimi,

jetzt bin ich nach deiner Rezi aber froh, dass ich den Roman nicht gelsen habe. Nur drei Sterne, deine Kritikpunkte verstehe ich gut und da hätte ich auch nicht mehr vergeben.

Schade, ich hatte mir mehr davon versprochen.

Liebe Grüße
Barbara
Mimis Landbücherei hat gesagt…
Hallo lieber Barbara,

ja, leider hat mich die Geschichte nicht wirklich gepackt. Ich fand es auch sehr schade, ich hatte mir wirklich mehr erhofft. Ich denke wirklich, dass den Figuren und auch der Handlung einige Seiten mehr gut getan hätten.

Ganz liebe Grüße
Mimi