Rezension zu "Berlin Monster - Nachts sind alle Mörder grau" von Kim Rabe

 



Klappentext:

Privatdetektivin Lucy hat sich auf übernatürliche Fälle spezialisiert. Und von denen gibt es so einige in Berlin, wo es von übersinnlichen Phänomenen nur so wimmelt. Denn vor dreißig Jahren ließ die Strahlung einer Bombe den Aberglauben der Menschen lebendig werden. Heute brüten Dschinns in Kreuzberger Shisha-Cafés, Feen tanzen in Friedrichshainer Clubs, und Hipster-Kobolde sind die Herren der Kneipen von Neukölln. Während Lucy eine Fee aufspüren soll, erschüttert eine Mordserie die Stadt. Hat ihr Verschwinden etwas damit zu tun? Immer tiefer taucht Lucy in den Fall ein, und bald schwebt nicht nur sie in Gefahr, sondern auch jene, die ihr am nächsten stehen ...

Quelle: Bastei Lübbe Verlag

Meine Meinung zum Buch

Cover

Ein düsteres in graublau gehaltenes Cover mit der Berliner Skyline und dem Berliner Fernsehturm als Eyecatcher. Raben fliegen über den nächtlichen Stadthimmel und ein Sturm braut sich zusammen. Der Titel fügt sich rostfarben in das Bild ein. Das M von Monster ist mit einer Wehrwolf-Silhouette, das R mit einer Flaschengeist-Silhouette verziert. Ein filigraner Rahmen umfasst den Titel, dieser ist in der unteren linken Ecke mit einer Pixie und rechts mit einem Einhornkopf ergänzt. Alles ebenfalls rostfarben. Der Name der Autorin ist mittig am oberen Rand des Covers in weiß eingefügt. 

Das Cover gefällt mir sehr gut, es spiegelt das düstere Setting des Romans wider und passt wie die Faust aufs Auge. 

Inhalt


Lucy Wayne ist Privatdetektivin. Die ehemalige Polizistin hat sich nach einem dramatischen Vorfall selbst aus dem Polizeidienst entlassen und verdient nun ihre Brötchen mehr schlecht als recht mit der Aufklärung übernatürlicher Fälle. Nach einem fehlgeschlagenen Experiment haben sich alle Wesen, die der Fantasie der Menschen entsprungen sind, manifestiert. Da sind Pixies, Harpyien, Butzemänner, Trolle, Osterhasen, das Kasperle und noch viele mehr unterwegs, haben sich integriert, gehen arbeiten, haben Wohnungen oder leben in der ZONE. So richtig können sich die Menschen nicht mit der Anwesenheit der übernatürlichen Wesen anfreunden. Obwohl sich die Manifestation nun zum 30. Mal jährt sind Konflikte an der Tagesordnung. Lucy wurde durch die Strahlung zu einem Stif-Scanner und kann diese aufgrund ihrer Strahlung sofort erkennen. Sie wird nun von einer Stif beauftragt deren beste Freundin, die Faerie Lia, zu finden. Der Auftrag stellt sich schnell als schwieriger heraus als gedacht und ist augenscheinlich mit einigen Morden verknüpft, die einem Werwolf zugeschrieben werden. Da Werwölfe allerdings schon lange als ausgerottet gelten, kann Lucy diese Theorie nicht ganz teilen. Bei ihren Ermittlungen stößt sie auf viele Ungereimtheiten, jeder scheint irgendwie Dreck am Stecken zu haben und auch Lia ist kein Unschuldslamm. Lebt Lia noch und ist sie auf der Flucht, oder ist sie dem Werwolfmörder zum Opfer gefallen. Während den Ermittlungen gerät nicht nur Lucy in Gefahr. Durch ihre egoistische und nur auf den Fall ausgelegte Vorgehensweise, bringt sie auch die Wesen in Gefahr, die zu ihrer Familie geworden sind.  

Lieblingszitat
Und dann beginnt sie zu singen, mit solch dunkler, wütender Stimme, dass mir ein Schauer über den Rücken rinnt. "Die Gedanken sind frei, wer kann sie erraten, sie fliegen vorbei wie nächtliche Schatten."

Seite 252 

Schreibstil


Durch die Erzählperspektive in der Ich-Form sehen wir die Ereignisse mit Lucys Augen. 

Kim Rabe erzeugt durch ihren bildhaften Schreibstil eine so klare Vorstellung der Personen und Orte, dass man fast glaubt mit Ihr durch die Straßen Berlins zu laufen. 

Die Protagonistin Lucy Wayne ist eine sture, egoistische Frau mit einem eisernen Willen und vielen Ecken und Kanten. Gleichzeitig blitzt immer wieder ihre Verletzlichkeit, ihre Liebe zu allen Wesen um sie herum und vor allem ihren Vertrauten auf. Sie ist knallharte Ermittlerin, verliebtes Mädchen und gute Freundin. Da sie aber immer wieder übers Ziel hinausschießt und bei ihren Ermittlungen alles andere vergisst, geraten die Dinge in ihrem Leben oft ins Wanken und mit jedem Mal ist es schwerer, alles wieder in Ordnung zu bringen. Für Sie ist Stillstand nicht auszuhalten und so zieht sie rastlos durch die Straßen Berlins, fast immer mit der Kippe im Mundwinkel.

Alle Figuren des Buches sind wunderbar angelegt, gut durchdacht und glaubhaft dargestellt. 

Die Geschichte spielt in einem Berlin, das den Mauerfall nicht erlebt hat, dafür aber durch eine Explosion von übernatürlichen Wesen bevölkert wurde. Als Leser wird man durch dunkle Gassen, verruchte Clubs und elitäre Einrichtungen gescheucht und obwohl die Geschichte die Spannung eher langsam aufbaut, macht jede Seite Spaß und man bekommt nicht genug von diesem absolut filmreifen Schreibstil. Berliner Flair zum Greifen nah und wer in Berlin lebt, oder schon einmal dort zu Besuch war, kennt viele der Orte durch die Lucy bei ihren Ermittlungen streift. 


Fazit


"Berlin Monster - Nachts sind alle Mörder grau" von Kim Rabe ist ein Krimi der besonderen Art. Fantasy gepaart mit durchdachtem Thriller/Krimi. Bis zum Schluss bleibt es spannend und war für mich ein absolutes Lesehighlight. 

5 Sterne 


Ich bedanke mich ganz herzlich beim Bastei Lübbe Verlag für das Rezensionsexemplar.


Titel: Berlin Monster - Nachts sind alle Mörder grau
Autor: Kim Rabe
Format: Paperback /E-Book
Preis: 15,00 € / 9,99 € 
Seitenzahl: 416
Genre: Fantasykrimi/Thriller
ISBN-13: 978-3404184187

Verlag: Bastei Lübbe

Meine Bewertung: 5 Sterne





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