Donnerstag, 24. Januar 2019

[Rezension] Zeit des Mutes von Christiane Lind


Titel: Zeit des Mutes

Autor: Christiane Lind
Format: Taschenbuch / E-Book
Preis: 9,99 € / 0,99 €
Seitenzahl: 392
Genre: Unterhaltungsliteratur / Familiensaga
ISBN-13: 978-3964434036

Verlag: Lind, Christian (Nova MD)

Meine Bewertung: 4 Sterne


Zum Inhalt / Klappentext



Den Frauen gewidmet, die vor einhundert Jahren das Wahlrecht erkämpften.

»Jede von uns hat Angst«, sagte Lucy. »Aber dass wir den Mut finden, sie zu überwinden, das macht uns zu Kämpferinnen.«

Deutschland 1913: Die schüchterne Emma wird von ihrer Familie zu Verwandten nach England geschickt, um einen Skandal zu vermeiden. Auf Hazelwell Manor taucht Emma in eine neue, ihr fremde Welt und verliebt sich unglücklich in Percival, den jungen Lord. Ihre Liebe scheint aussichtslos, bis sie Zeugin eines tragischen Unglücks wird. Nun hat sie Percival in der Hand und zwingt ihn zur Ehe.
Auch dem jungen Dienstmädchen Lucy fällt es schwer, sich an all die Regeln in Hazelwell Manor zu halten. Doch sie braucht diese Arbeit, um für ihre Familie zu sorgen. Nach dem schicksalhaften Unglück muss Lucy das Herrenhaus und ihr altes Leben verlassen. In London ist sie verloren, bis sie auf die Suffragetten, die Kämpferinnen für das Frauenwahlrecht, trifft.
Auch Emma ist mit ihrem Ehemann, der sie verachtet, nach London gezogen. Als sie Lucy wiedersieht, muss Emma sich entscheiden: Findet sie den Mut, die Wahrheit einzugestehen und ein eigenes Leben zu beginnen?

Ein packender Roman um zwei Frauen aus unterschiedlichen Welten, deren Schicksal miteinander verwoben ist vor dem Hintergrund der dramatischen Kämpfe um das Frauenwahlrecht in England.

Quelle: Christiane Lind

Meine Meinung zum Buch:

Cover: 

Ein sehr schönes Cover, das eine Dame vor einem herrschaftlichen Anwesen zeigt. Es ist in den Farben der Suffragetten gehalten: Lila, weiß und grün.



Inhalt:

Die Geschichte dreht sich um zwei Frauen aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten im Jahr 1913. Emma, Tochter aus gutem Hause, hat sich einen Ausrutscher erlaubt und ist eine Affäre mit einem nicht standesgemäßen Mann eingegangen. Nachdem dieser sie sitzen lässt, wird sie als Schande für die Familie angesehen und ihre Eltern schicken sie nach England. Sie soll sich dort einen passenden Ehemann suchen, um die Ehre ihrer Familie wieder herzustellen. Sie wird nach Hazelwell Manor geschickt. Die steife englische Etikette macht Emma große Probleme und so zieht sie sich meistens zurück. Als sie den Sohn des Hauses kennenlernt, verliebt sie sich Hals über Kopf in ihn. Dieser hat allerdings keinerlei Interesse an ihr und so scheint ihre Leidenschaft aussichtslos.

Die junge Lucy arbeitet in Hazelwell Manor als Dienstmädchen. Sie tut sich schwer, die vielen Regeln zu beachten und fühlt sich in ihrer Rolle nicht wohl. Da sie ihre Familie unterstützen muss, und eine andere Arbeit für eine junge Frau aus armen Haus nicht in Frage kommt, bleibt ihr aber nur diese Möglichkeit. Durch ein schlimmes Unglück wird Lucy dann gezwungen, Hazelwell Manor zu verlassen. Sie gerät nach London, wo das Leben für die Frauen der Arbeiterschicht mehr als unangenehm ist. In der männerdominierten Welt sind die Frauen nie sicher und müssen oft um Leib und Seele fürchten. Als sie vor ihrem übergriffigen Onkel flüchten muss, hat sie zum ersten Mal Glück und trifft eine Dame, die für das Wahlrecht der Frauen kämpft. Eine Suffragette. Sie kommt bei ihr unter und stürzt sich ebenfalls in den Kampf.

Auf Hazelwell Manor kennt Emma die wahren Schuldigen des schlimmen Unglücks und erpresst Percival, den Sohn des Hauses dazu, sie zu heiraten. Die Ehe ist mehr als unglücklich und Emma erkennt, welchen großen Fehler sie begangen hat. Als sie mit ihrem Mann nach London zieht, treffen die beiden unterschiedlichen Frauen wieder aufeinander. Emma tritt ebenfalls den Suffragetten bei und nun kämpfen Lucy und Emma nebeneinander für das Frauenwahlrecht.

Die Suffragetten demonstrieren auf den Straßen Londons und sind zahlreichen Anfeindungen der Männer ausgesetzt. Sie werden verhaftet, treten in den Hungerstreik und nicht jede überlebt diesen Kampf. Emma hadert mit sich, zweifelt an ihrem Mut und muss sich entscheiden, ob sie den Weg der Suffragetten weitergehen will oder sich ihrem Mann unterwirft. Lucy zeigt viel Stärke, scheint dann aber doch fast an den Strapazen zu scheitern.

Schreibstil:

Christiane Lind schreibt einfühlsam und versteht es die für die Geschichte notwendigen Emotionen zu transportieren. Die Charaktere sind schön ausgearbeitet und es ist spannend mitzuverfolgen, wie sie sich entwickeln. Emma ist anfangs sehr auf sich bezogen und betrauert ihr Schicksal, entwickelt dann fast skrupellose Charakterzüge, um an ihr Ziel zu kommen. Lucy mausert sich von der schüchternen Dienstmagd zu einer selbstbewussten Frau. Beide Frauen entscheiden sich schlussendlich für ein selbstbestimmtes Leben und sind nicht weiter bereit, sich den Zwängen der Gesellschaft unterzuordnen.

Ich lese die Romane von Christiane Lind, die auch unter anderen Pseudonymen schreibt, sehr gern. "Zeit des Mutes" braucht anfangs ein wenig, die Verhältnisse der damaligen Zeit zu verdeutlichen, um dann in der Mitte den fesselnden Kampf der Frauen zu erzählen. Hier hätte es für meinen Geschmack, mit ein wenig mehr Tempo vorangehen können. Ansonsten hat mich der Roman begeistert, aufgeklärt und neu sensibilisiert für den Mut der Frauen, die für ein Recht gekämpft haben, dass uns heute so selbstverständlich vorkommt.

Lieblingslesezeichen:

Ich bin eine Kämpferin, mich bekommt ihr nicht klein, dachte sie, während die Black Maria, der Gefangenentransport, über die Straßen schaukelte und sie ihrem Ziel näher brachte. 

Seite 251
Ich 

Fazit: 

Ein wundervoller historischer Roman über den Kampf mutiger Frauen.

4 Sterne







Ich bedanke mich ganz herzlich bei der Autorin für das Rezensionsexemplar. 
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Über die Autorin:

Christiane Lind hat sich immer schon Geschichten ausgedacht, die sie ihren Freundinnen erzählte, aber nur selten zu Papier brachte. Erst zur Jahrtausendwende erinnerte sie sich daran und begann Kurzgeschichten zu schreiben. Inzwischen hat sie unter den Pseudonymen Christiane Lind, Chris Lind, Laura Antoni und Clarissa Linden elf Romane bei den Verlagen Rowohlt, Thienemann, Droemer, Aufbau und Amazon Publishing veröffentlicht. Als Carolyn Lucas hat sie Fantasygeschichten im Selbstverlag publiziert.
Beim Schreiben begibt sich Christiane am liebsten auf die Spur von Familien und deren Geheimnisse, sei es im Mittelalter, dem 20. Jahrhundert oder auf anderen Kontinenten. Nach beruflichen Zwischenstationen in Göttingen, Gelsenkirchen und Bremen teilt sie heute in Kassel eine Wohnung mit unzähligen und ungezählten Büchern, einem Ehemann und vier Katern. Die Samtpfoten erwarten von Christiane, dass mindestens eine Katze in ihren Geschichten vorkommt, was inzwischen ihr Markenzeichen ist.



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