Mittwoch, 11. April 2018

[Rezension] Alles was glänzt von Marie Gamillscheg


zu

"Alles was glänzt" von Marie Gamillscheg


Hallo Ihr Lieben,

diese Rezension fällt mir nicht so leicht. Die junge Autorin hat hier etwas geschaffen, über das ich ein wenig nachdenken musste und auch nach mehrern Tagen bin ich mir immer noch nicht sicher, wie ich dieses Buch finden soll.




Titel: Alles was gläntz

Autor: Marie Gamillscheg
Format: Gebundene Ausgabe / E-Book
Preis:18,00  € /13,99 €
Seiten: 224 Seiten
Erschienen: 19.03.2018
Genre:
Roman/Erzählungen
ISBN-13: 3630875610
ISBN-10:  3453359232
Verlag: Luchterhand Literaturverlag

Meine Bewertung: 3 Sterne



Zum Inhalt (Klappentext)




Marie Gamillscheg nimmt den Leser mit in eine allmählich verschwindende Welt. Vielstimmig und untergründig erzählt ihr Debüt von einer kleinen Schicksalsgemeinschaft im Schatten eines großen Bergs und vom Glanz des Untergangs wie des Neubeginns.

Tief in den Stollen des alten Bergwerks tut sich was – und alle im Dorf können es spüren. Die Wirtin Susa zum Beispiel, wenn sie im „Espresso“ nachts die Pumpen von den Ketchup-Eimern schraubt. Oder der alte Wenisch, ihr letzter Stammgast. Sogar der Bürgermeister, wenn er nicht gerade auf Kur ist. Zuallererst aber hat es der schweigsame Martin gespürt, bis er dann eines Morgens die Kontrolle über sein Auto verlor. Es ist, als würde der Berg zittern, als könne er jeden Augenblick in sich zusammenbrechen. Für die junge Teresa und den Neuankömmling Merih ist die Sache klar: Sie will sich endlich absetzen aus dem maroden Ort, er hingegen sucht einen Neuanfang - ausgerechnet hier.


»Zu Recht gilt Gamillscheg als eine der aufregendsten jungen Stimmen der deutschsprachigen Literatur.«

Britta Schmeis / SPIEGEL ONLINE (29.03.2018) 
Quelle: Luchterhand Literaturverlag

Meine Gedanken zum Buch


Das Cover:

Ein sehr schönes Cover auf dem eine Zeichnung eines Berges zu sehen ist. Der Buchumschlag erinnert mich ein wenig an Packpapier und die leicht grünlich-türkise Färbung zusammen mit dem schwarzen leicht löchrigen Schriftzug vermittelt einen leichten Vintageflair.

Inhalt:

Eigentlich handelt es sich bei dem Buch um die Vorstellung verschiedener Charaktere, die in einem Bergdorf/Stadt leben. Der Bergbau wurde eingestellt, ein Journalist hat durch seine Recherchen aufgedeckt, dass der Berg derart ausgehöhlt ist, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis er in sich zusammenfällt.

Aufgrund dieses Berichts haben viele dem Städtchen den Rücken gekehrt und die verlassenen Häuser können davon Geschichten erzählen. Aber es gibt auch die, die geblieben sind. Etwa, weil sie ihr ganzes Leben in und um den Berg gelebt haben und fest mit ihm verwurzelt sind, oder weil sie keine andere Wahl haben.
Nun klettert man Kapitel für Kapitel die Anhöhen des Berges hinauf (gekennzeichnet durch die Höhenmeter die jeder Kapitelüberschrift vorangehen) und lernt einige Menschen und ihre Schicksale kennen. Da ist Martin, der mit dem Auto verunglückt ist. Seine Freundin, die nach seinem Tod in Trauer versinkt um dann die Stadt zu verlassen um neu anzufangen. Ihre Schwester Teresa, die gern gehen möchte, aber nicht kann, da sie in ihren Vorstellungen von der Einhaltung eines bestimmten Gleichgewichts gefangen ist. Wenisch der sein ganzes Leben im Berg gearbeitet hat und nun hofft, dass seine Tochter wieder zu ihm zieht, damit er seinen Lebensabend in Ruhe verbringen kann. Merih der Regionalmanager, der in die Stadt kommt um die Leute dazu zu bewegen neu anzufangen. Und dann ist da noch Susa, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, alles zusammen zu halten und die Leute zu lenken und zu leiten, Neues braucht sie nicht.

Diese Geschichte lebt nicht von der Handlung, sondern eher von den Charakteren die sich in ihr bewegen. Dies hat es mir schon ein wenig schwer gemacht mich mit der Story anzufreunden. Es gibt keine in sich abgeschlossene Handlung und die Geschichte lässt sehr viel Platz für Überlegungen und Spekulationen. Beachtenswert ist die Zeichnung der Atmosphäre in der teilweise verlassenen Stadt. Die Beschreibung der Häuser und Plätze und was passiert, wenn der Mensch durch Unachtsamkeit, Unwissenheit oder Gleichgültigkeit seine Umwelt zerstört ist erschütternd. Schon bemerkenswert, dass die Menschen nicht dem Raubbau an der Natur die Schuld an der Situation geben, sondern dem Journalisten der dies aufgedeckt hat.


Schreibstil:

Die Autorin Marie Gamillscheg hat einen sehr eigenen Schreibstil, mit dem ich mich nicht richtig anfreunden konnte. Für mich waren die vielen Endlossätze oft anstrengend. Ich mag es nicht, wenn ich einen Satz lese und am Ende schon den Anfang wieder vergessen habe.
Die Charaktere sind so penibel ausgearbeitet und versprühen eine so große Präsens, dass ich das Gefühl hatte, die Handlung ist aufgrund dessen in Vergessenheit geraten.

Leider bleiben für mich sehr viele unbeantwortete Fragen, das ist schade. Sicherlich ist es schön, wenn man als Leser die Möglichkeit hat, sich die Geschichte selbst zu Ende zu denken, aber hier ist es für mich zu viel des Guten.


Lieblingslesezeichen:


"Was das Schlimmste ist, ist das Vergessen" sagt Wenisch in den langen Gang vor sich hinein. "Wir haben schließlich alle eine Geschichte miteinander. Man darf Martin nicht vergessen"

Fazit:



Eine wirklich schöne Idee, die von einer in sich abgeschlossenen Handlung und einem etwas
weniger intellektuellen Schreibstil meiner Meinung nach sicher profitiert hätte. So gibt es von mir leider nur

3 Sterne


Rezensionen von anderen lieben Bloggern:

Angela vom Literaturgarten hat auch eine wundervolle Rezension zu "Alles was glänz" geschrieben. 
HIER findet ihr sie!

Ich bedanke mich ganz herzlich beim Bloggerportal für das Rezensionexemplar.

Folgende Links kennzeichne ich gemäß § 2 Nr. 5 TMG als Werbung

Autor:  Marie Gamillscheg



Über die Autorin:

Marie Gamillscheg (Autorin)

Marie Gamillscheg, geboren 1992 in Graz. Lebt in Berlin, arbeitet als freie Journalistin u.a. für ZEIT Campus. 2015 u.a. Literaturförderungspreis der Stadt Graz und New German Fiction Preis. 2016 Klagenfurter Literaturkurs und Arbeitsstipendium des Berliner Senats, 2017 Aufenthaltsstipendium in Schöppingen. Veröffentlichungen in zahlreichen Zeitschriften und Anthologien (u.a. Edit, Lichtungen, Poet, Literarische Welt).
(Quelle: Luchterhand Verlag)




Kommentare:

  1. Liebe Mimi,

    dieses Buch hatte ich auch schon im Auge! Insbesondere, da die Autorin sehr jung ist und sie deshalb diesen Monat super zu der Autoren-Challenge passt. Wenigstens kriegst du für das Buch nun im April einen Extrapunkt! :-D
    Ich bin mir nicht sicher, ob ich es lesen werde. Habe gute wie auch schlechtere Stimmen zum Buch gehört und meine Lesezeit ist mir für durchschnittliche Bücher viel zu schade. Gerade, weil ich soeben mit den letzten beiden Büchern eher ins K** gegriffen habe. hihi

    Ich drücke dir für das nächste Buch die Daumen, dass es ein Highlight wird!

    GlG vom monerl

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    1. Huhu monerl,

      ja, so wie ich es gelesen habe, gibt es sehr unterschiedliche Meinungen zu dem Buch.

      Der Klappentext und das Cover haben mich wirklich neugierig gemacht und ich war erstaunt, was sich letztendlich dahinter verborgen hat. Für mich ein wirklich schwer zu lesendes Buch.

      Hatte noch gar nicht gesehen, dass die Autorin erst 1992 geboren ist, da freue ich mich nun über den Extrapunkt bei der Autorenchallenge:o)))

      Nun werde ich gleich mal schauen, welche Bücher Du zuletzt gelesen hast und warum sie Dich nicht begeistern konnten.

      Ich drück Dich und hoffe, das nächste Buch wird für Dich wieder ein Highlight.
      Bussi Mimi :o)

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  2. Hallo Mimi, Du hast das Buch sehr gut in Deine Rezension transportiert und ich habe mich mit diesem Titel auch sehr lange auseinandergesetzt. Drei Sterne sind in meinen Augen immer noch ein gutes Buch.... Ich verlinke jetzt hier nicht meine Rezension. Du findest sie über die Such auf meinem Blog.
    LG Angela

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    1. Hallo liebe Angela,

      vielen lieben Dank für Deinen netten Kommentar. Ich werde gleich Deine Rezi zu dem Buch lesen und bin gespannt, wie Du es beschreibst.

      Ganz liebe Grüße
      Mimi :o)

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    2. Hi Mimi, ich habe Deine Rezension auch gerne bei mir verlinkt.
      LG Angela

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    3. Hi Angela,

      Ich danke Dir :o))

      Ganz liebe Grüße
      Mimi :o)

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Ich Danke Dir ganz herzlich für Deinen Kommentar!

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