Mittwoch, 7. Februar 2018

[Rezension] Die Vergessenen von Ellen Sandberg




Infos zum Buch



Titel: Die Vergessenen
Autorin: Ellen Sandberg
Format: Taschenbuch / E-Book
Preis 13,00 € / 9,99 €
Seitenzahl: 512 Seiten
Genre: Krimi
ISBN-13: 978-3328100898
ISBN-10: 332810089X
Verlag: Penguin Verlag
Meine Bewertung: 5 Sterne


Zum Inhalt

1944. Kathrin Mändler tritt eine Stelle als Krankenschwester an und meint, endlich ihren Platz im Leben gefunden zu haben. Als die junge Frau kurz darauf dem charismatischen Arzt Karl Landmann begegnet, fühlt sie sich unweigerlich zu ihm hingezogen. Zu spät merkt sie, dass Landmanns Arbeit das Leben vieler Menschen bedroht – auch ihr eigenes.

2013. In München lebt ein Mann für besondere Aufträge, Manolis Lefteris. Als er geheimnisvolle Akten aufspüren soll, die sich im Besitz einer alten Dame befinden, hält er das für reine Routine. Er ahnt nicht, dass er im Begriff ist, ein Verbrechen aufzudecken, das Generationen überdauert hat ...

(Klappentext)

Meine Gedanken zum Buch


Beim Cover bin ich mir nicht ganz schlüssig, wie ich es mit dem Inhalt verknüpfen soll. Vielleicht mit dem verlassenen Haus von Manolis Familie in Griechenland. Es spiegelt eine etwas düstere Atmosphäre wieder, die auch in der Geschichte wieder zu finden ist. 


Das Buch ist in drei Erzählstränge aufgeteilt.

Zum einen ist da Vera, die Nichte von Kathrin Mändler. Sie ist Journalistin und unfreiwillig bei einer Frauenzeitschrift tätig. Als ihr in Geldnöten steckender Cousin ermordet wird entdeckt sie, dass er mit Unterlagen, die sich anscheinend im Besitz ihrer Tante befinden, jemanden erpressen wollte. Sie findet heraus, dass Kathrin Mändler während des 2. Weltkrieges als Krankenschwester in einem Pflegeheim tätig war. In diesem Pflegeheim waren geistig und körperlich behinderte Menschen untergebracht. Ihre Tante hat davon nie etwas erwähnt und so macht sich Vera daran, Licht ins Dunkel zu bringen. Dabei entdeckt sie die unglaublichen und schrecklichen Verbrechen, die zur Nazizeit an hilflosen Männern, Frauen und Kindern begangen wurden. In sogenannten Hungerhäusern wurden die Menschen so dürftig ernährt, dass sie schlussendlich verhungerten oder Krankheiten wie TBC oder Lungenentzündung bekamen, an denen sie zu Grunde gingen. 

Zum anderen erlebt man die Geschichte aus der Sicht von Manolis Lefteris, einem Mann der Auftragsarbeiten übernimmt und auch vor Mord nicht zurückschreckt, wenn es der Gerechtigkeit dient. Sein Vater hat selbst als Kind durch schreckliche Erlebnisse im Krieg ein Trauma erlitten, dass er nie überwunden hat. Bei dem Versuch dieses zu verarbeiten, erzählt der die Gräueltaten dem kleinen Manolis, der diese bis ins Erwachsenenalter nicht verarbeiten kann.  
Manolis soll für seinen Auftraggeber ein Dossier finden und stößt ebenfalls auf den Cousin von Vera und so kreuzen sich ihre Wege. Er weiß anfangs nicht worum es in dem Dossier geht. Als er es herausfindet, muss er sich entscheiden. 

Die dritte Erzählebene ist die von Kathrin Mändler, die als Krankenschwester im 2. Weltkrieg ihre erste Stelle in einem Pflegeheim für geistig und körperlich Versehrte aufnimmt und dort schreckliche Dinge erlebt. Sie verfällt dem leitenden Arzt Dr. Landmann. Als sie erfährt, dass er Gott spielt und die als "wertlos" eingestuften Menschen ermordet, beschließt sie etwas zu unternehmen. Damit geht sie ein großes Risiko ein und muss auch um ihr eigenes Leben fürchten. 

Ellen Sandberg alias Inge Löhne beschreibt beeindruckend, fesselnd und schockierend die Verbrechen um Kinder-Euthanasie (Ermordung von Kindern in Krankenhäusern in sogenannten „Kinderfachabteilungen“), Aktion T4 (Erwachsenen-„Euthanasie“, Ermordung von Psychiatriepatienten und Behinderten 1940/1941 in Tötungsanstalten) Aktion 14f13 (Ermordung von KZ-Häftlingen in den Tötungsanstalten der Aktion T4 ) und Aktion Brandt (Ermordung von Psychiatriepatienten und Behinderten in Krankenhäusern ab 1943)(Quelle: Wikipedia)
ummantelt mit einer packenden Story, die einen nicht mehr loslässt. 

Die bedrückenden Ereignisse haben mich tief bewegt und auch nach Ende der Geschichte nicht losgelassen. 


Lieblingslesezeichen:

Doch am Ende bist du, was du bist. Setz dir Perücken auf von Millionen Locken, setzt deinen Fuß auf ellenhohe Socken, du bleibst doch immer, was du bist. Ein Mörder im weißen Kittel. 

Seite 387 

Fazit

Ein Buch so fesselnd und spannend, so bewegend und bedrückend wie ich lange keines gelesen habe. Es lässt mich nachdenklich zurück, wie hätte ich gehandelt? Hätte ich weggeschaut oder hätte ich geholfen? 

Für ein Buch, dass ich nicht mehr aus der Hand legen konnte.

5 Sterne und eine absolute Leseempfehlung. 





Das Buch wurde mir freundlicherweise vom Bloggerportal zur Verfügung gestellt. VielenDank. 

Folgende Links kennzeichne ich gemäß § 2 Nr. 5 TMG als Werbung.

Autorin: Ellen Sandberg

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